Schwer ein Amerikaner zu sein

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Brot und Spiele. Was schon im antiken Rom hervorragend funktioniert hat, findet seine perfektionierte Fortsetzung in den USA. Mit Football, Baseball, Basketball und Eishockey halten gleich vier Sportarten die Amis bei Laune. Und bezüglich Essen wird im Land der angeblich unbegrenzten Möglichkeiten aus dem Vollen geschöpft: übergroße Portionen, überzuckert, verfettet und maximal ungesund. Rein körperlich hat der brave Amerikaner bereits schwer zu schleppen.

Geistige Defizite sind dagegen weniger in Kilogramm messbar. Zum einen bestehen simple Denkweisen aus leichten Strukturen, die durch eindimensionale Ansichten, Äußerungen und Verhaltensweisen zutage treten. Zum anderen erfordert das exzessive Mantra von der Weltführerrolle keine komplizierten mentalen Anstrengungen, da es einfach nachgeredet wird. In dieser Hinsicht ist eine Überbelastung unwahrscheinlich.

Mögen unterkomplexe Gehirnverschaltungen selbst kaum spürbar sein, schlagen sie dem Umfeld schwer auf den Magen. Lautes Gepolter, proletenhaftes Benehmen und Elefant im Porzellanladen geben, dehnen sämtliche Schmerzrezeptoren bis zur Verträglichkeitsgrenze. Liegen in Amerika zwar die Wurzeln einiger prägender Musikstile, resultiert daraus kein Freibrief grundsätzlich Kulturbanausen zu sein. Darüber können indigene Völker unzählige Klagelieder singen.

Zweifelsfrei ärgert es die Amis maßlos, dass in ihrem Territorium so wenig Öl lagert und sie dadurch abhängig von in ihren Augen minderwertigen Ländern sind. Weil sich die eigenen Funde zudem nur mit erheblich technischem Aufwand der Erde teuer entlocken lassen, konstruieren sie ein buntes Potpourri aus vorgeschobenen Gründe, um mit militärischen Überfällen eine dauerhafte Präsenz im Mittleren Osten zu installieren.

Doch wie ernst soll man ein Land nehmen, dass lieber massenhaft unschuldige Kinder durch Amokläufe sterben lässt, als den mit Minderwertigkeitskomplexen und Größenwahnkonflikten behafteten Einfaltspinseln ihre Waffen wegzunehmen? Hierzu permanent auf das in der Verfassung festgeschriebene Recht berufen, selbige aber umgehend ändern, um gegen Fremde zu stänkern?

Kann man ein Land ernst nehmen, das der ungehemmten Völlerei frönt, aber kein System für entstehende Folgen bietet?
Das selbst niemanden traut und alles überwachen lässt, aber bedingungslose Gefolgschaft einfordert?
Das Freiheit fortwährend proklamiert, aber im Kleingedruckten erwartet, dass sie ungezügelten Profit abwerfen muss, ansonsten den Anforderungen angepasst wird?
Das sich zum Vorbild und Vorzeigekapitalist erklärt, die Bevölkerung dies aber nur im Drogenrausch ertragen kann?
Das nicht Haushalten kann und prinzipiell Pleite ist?
Das eine sinnfreie Verschwendungssucht von allen Verbündeten einfordert, obwohl deren fehlgeleitete Verwendung offenkundig ist?
Das Taten zum eigenen Nutzen als Wohlgefallen für alle verkauft und beleidigt zum trotzigen Kleinkind mutiert, bleiben Dankeshuldigungen aus?
Das sein Heil im Weltraum sucht, weil es das eigene Heim ausplündert und zerstört?
Das die Augen vorm eigenen Handeln verschließt?
Das außerhalb seiner Grenzen nur Kopfschütteln erntet?

Niemand mit Achtung und Verstand unterwirft sich einem Versager. Droht dieser mit Waffengewalt oder greift zu anderen drastischen Mitteln, sollte die Weltgemeinschaft ihn isolieren. Vielleicht kehrt dann ein gewisses Maß an Vernunft zurück.


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