Impfen oder nicht impfen?

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Ich kann mich nicht mehr erinnern, ob ich mir je eine heftige Grippe eingefangen habe. Statistisch wohl sehr wahrscheinlich hat es sich jedoch nicht im Gedächtnis verewigt. Unter elterlicher Aufsicht dürfte ich zudem mit regelmäßigen Impfungen beglückt worden sein. Meine Hand würde ich dafür aber nicht ins Feuer legen. Womit sich fast erraten lässt, dass ich nicht den Hauch einer Ahnung habe, wann ich überhaupt zuletzt geimpft wurde. Klar besitze ich einen Impfpass. Dort findet sich einzig Einträge für Urlaubsreisen 1993/95. Sollte ich seitdem Impfungen erhalten haben, verfüge ich über keine Belege. Früher lag mir diese Art an Dokumentation nicht sonderlich. Kurzum, weder Grippe, noch Impfung. Ob ich nun einfach Glück hatte mir keine einzufangen oder davon profitiere, dass sich andere impfen lassen und dadurch keine Viren übertragen, entzieht sich meines Wissens. Grundsätzlich bin ich jedoch kein Impfgegner, auch wenn ich Spritzen wie die Pest hasse.

Und jetzt Corona. Seit über einem Jahr hält das Virus die Welt in Atem und verlangt uns mehr ab, als wir es uns je hätten vorstellen wollen. Wir sind zwar ziemlich gut darin, und steigern uns stetig, zunehmende Gewalt und soziale Kälte auszublenden. Wie uns die Pandemie beansprucht, übersteigt dann doch die Belastungsgrenzen vieler. Eine völlig überforderte politische Führung erschwert die Lage unnötig. Erst dadurch entwickelte es sich zu einem nicht Enden wollenden Siechtum. Zuvor aufgestellte Behauptungen über unfähige Politiker werden nun zweifelsfrei bestätigt. Auf diese Genugtuung hätten wir sicher gerne verzichtet. Die Feststellung ist aber bedeutungsvoll, auch wenn sie derzeit nicht im Vordergrund steht.

Diese verfahrene Situation soll nun von diversen Impfstoffen gelöst werden. Unabhängig von deren unterschiedlichen Wirkungsweisen, permanenten Lobpreisungen und empfundenen Druck, dürfen die Umstände keinesfalls vernachlässigt werden.

Bis zur Zulassung dauert die Entwicklung eines Impfstoffs in der Regel ungefähr acht Jahre. Eher zehn, unter fünf auf keinen Fall. Hier wurde nun innerhalb eines Jahres gleich sechs Impfstoffe entwickelt und durch die Zulassungsverfahren geboxt. Obwohl sich das Coronavirus (Sars-CoV-2) als äußerst zäh und zudem sehr mutationsfreudig erweist. Wie ist das möglich? Können wir plötzlich Wunder vollbringen?

Obgleich China sich bemühte den Ausbruch einer verheerenden Krankheit zu vertuschen oder zumindest kleinzureden, strafte die Infektionsgeschwindigkeit sie der Lüge. Rund um den Globus ließen Forschungslabore alles stehen und liegen, was das erkannte Gefahrenpotential verdeutlichte. Zu glauben, dies geschah aus altruistischen Motiven, wäre allerdings naiv. Die dahinter stehenden pharmazeutischen Konzerne begriffen schnell, dass sich vor ihren Augen ein immenser Schatz aufgetan hatte. Den Marktgesetzen folgend würde der schnellste das größte Stück vom Kuchen erhalten. Mit rasanter Ausbreitung der Pandemie wuchs der politische und gesellschaftliche Druck. Zwar potenzierten sich dadurch die Profite, zwang Forscher aber auch die Komfortzonen ihres Leistungsvermögens zu verlassen.

Sicher, bereits 2002/2003 veranlasste ein eng verwandter Virus (Sars-CoV-1) Forscher mit dessen Untersuchung. Jedoch verschwand das Virus recht schnell wieder und ohne Aussichten auf Profite stellten die Unternehmen alle Tätigkeiten hierzu ein. Basiswissen für den jetzigen Virustyp bestand daher möglicherweise. Trotzdem ist die kurze Entwicklungszeit suspekt.

Vor allem über eine Sache wird nicht gerne geredet, eher komplett ausgeblendet: menschliche Fehlbarkeit. Ja, niemand will das hören und noch weniger sich vorwerfen lassen. Aber gerade diese Ignoranz macht sie umso gefährlicher. Dabei wissen die Meisten, dass besonders unter Druck Fehler passieren. Sie sind schlichtweg unvermeidbar.

In kurz: Die Entwicklungen der Impfstoffe wurden übers Knie gebrochen.

Inzwischen weltweit millionenfach ohne besorgniserregende Auffälligkeiten verimpft, könnte man die Impfstoffe als erfolgreich bezeichnen. Wirklich? Dieses oberflächliche, voreilig aus der Not geborene Fazit lasse ich mir nicht diktieren. Ich will weder diskreditieren, noch Verschwörungstheorien befeuern. In Anbetracht menschlicher Natur erlaube ich mir jedoch Zweifel an den Prozessen und Ergebnissen.

Es gibt Gründe, warum die Entwicklung von Impfstoffen stets viele Jahre dauert. Diese gelten jetzt nicht mehr oder wurden auf wunderliche Weise ausgehebelt? Oder andersherum: Wenn plötzlich gleich mehrere Impfstoffe aus dem Hut gezaubert werden können, warum hat das bisher so lange gedauert? Wie viele Leben wurden dadurch unnötig geopfert, weil man sich so viel Zeit ließ? Vielleicht reißt Profitgier aber auch Hürden ein, die sonst für längere Entwicklungszeiten verantwortlich sind? Wobei Hemmschwellen ausdrücklich mit dazu gehören.

Natürlich beteuern offizielle Stellen die Sicherheit der Impfstoffe und legen dafür ihre Reputation in die Waagschale. Forscher und Wissenschaftler haben sicherlich den Anforderungen entsprechend ihr bestes gegeben. Niemand wird absichtlich unseriös gearbeitet haben, unterstelle ich zumindest. Allen Beteiligten dürfte mehr als klar gewesen sein, dass ihnen die Welt auf die Finger schaut. Sie sind es aber auch, die sich am leichtesten – und als erste – herausreden, sollte irgendetwas schiefgehen. Mit dem Verweis auf die Umstände werden sie sich schadlos aus möglichen Vorwürfen winden. Leiden werden die müssen, die vertrauten und hofften. Die sich auf die verließen, die sich zu ihrem Schutz per Eid verpflichtet haben. Die hofften, dass jenen nicht wie üblich nur leere Versprechungen aus ihren Mündern quillt.

Derzeit scheint es wie gewünscht zu laufen und ich male ungern den schwarzen Peter an die Wand. Die an den Tag gelegte Naivität bestürzt mich aber.

Überall sehnen sich die Menschen nach einem Ende der Maßnahmen, denen sie durch unfähige Politik ausgesetzt sind. Allem überdrüssig dürstet es sie nach Lösungen, weshalb sie unkritisch nach allem greifen, was sie vermeintlich vor dem Verdursten rettet. Verständlich, denn gesellschaftliche Fehlentwicklungen der letzten Jahrzehnte treten nun verstärkt hervor und belasten aller Leben zusätzlich.

Was nun als Rettung daherkommt, ist hochkomplexe Chemie. Nein, damit kenne ich mich nicht aus. Brauche ich aber auch nicht, denn dieses ist keine wissenschaftliche Analyse. Ich bezichtige aber jeden der Lüge, der zum jetzigen Zeitpunkt behauptet alle Folgen der von den Impfstoffen ausgelösten chemischen Prozesse und biologischen Vorgänge zu kennen. Denn wovon ich wirklich etwas verstehe, ist, wie der Mensch tickt.

Glyphosat wurde auch bejubelt, bis man herausfand, was für weitreichende Schäden es anrichtet. Wenn jetzt zum Beispiel einer der Impfstoffe in fünf Jahren dazu führt, dass Männer und/oder Frauen unfruchtbar werden, was dann? Die Verantwortlichen werden desinteressiert mit den Schultern zucken und die Schuld von sich weisen. Oder bei einem der anderen Impfstoffe beginnt in drei Jahren sich ein neuer Typus eines Krebsgeschwürs zu bilden, was dann? Die Pharmaindustrie wird es freuen, ergeben sich schließlich neue Einnahmequellen.

Und wir, die Versuchsopfer? Uns wird man damit abspeisen, dass in der geforderten Schnelligkeit nicht alle Risiken abschätzbar waren, sich im Verlauf immer unerwartete Reaktionen zeigen können und letztlich kein Medikament ohne Nebenwirkung sei.

Oder kurz: Pech gehabt.

Ja, auch ich bin es Leid. Desaströse Politik und ignorante Menschen nerven kolossal. Isolation fällt mir zum Glück leicht, ist vielmehr ein Segen. Konzerte, Zoo oder überhaupt wieder zukünftige Aktivitäten planen zu können, vermisse aber auch ich langsam. Mir dafür aber einen unausgegorenen Chemiecocktail in den Körper jagen zu lassen, werde ich jedoch nicht. Der Preis ist mir dafür noch zu hoch. Es gleicht einer Autofahrt an einem Steilhang, allerdings mit verbundenen Augen. Nein, ohne mich, dafür hänge ich zu sehr an meinem Leben. In erster Linie misstraue ich nicht den Impfstoffen selbst, sondern den Profit getriebenen und korrupten Systemen. Für maximale Gewinne wird maximaler Druck erzeugt, der Fehler geradezu provoziert. Skrupellos wird dabei auch über Leichen gegangen. Menschen beweisen täglich ihre Geringschätzung des Lebens, inklusive Natur. Egozentrisch interessiert sie nur das eigene Wohl. Deswegen lasse ich die Finger davon – vorerst zumindest.

Mehrheitlich nehmen autokratische und totalitäre Züge an Fahrt auf. Skepsis und eigene Meinung sind denen ein Dorn im Auge. Daher stehe ich natürlich auf verlorenem Posten. Zu allem Überdruss lande ich womöglich in einem Fremdschämumfeld, welches sich mit Vorliebe populistischen Widerstands bedient, um eingeschränkte Individuen zum eigenen Machtaufbau gegen den Rest aufzuhetzen. Legitime Kritik gerät zum Vabanquespiel, was sie mehr und mehr verstummen lassen wird. Ein bedenklicher Trend.

Mit besonnenerer Politik und weniger dummen Menschen, deren Verweigerung die Pandemie am Leben hält, hätten wir diese Krise besser bewältigen und den gesellschaftlichen Schaden in Grenzen halten können. Das ist aber ebenso unwahrscheinlich, wie sichere Impfstoffe aus dem Hut zu zaubern.

Ich wäre erleichtert, läge ich falsch. Mir geht es nicht ums recht haben oder etwas Abwegiges zu manifestieren. Der ganze Umgang mit diesem Phänomen wirft aber jede Menge Fragen auf. Insgesamt offenbaren sich Verhaltensweisen, die für zukünftige Entwicklungen wenig Mut machen. Trübe Aussichten lassen sich aber ändern – durch uns. Doch sind wir dazu imstande?