System reformieren oder scheitern

Gemeinsam die Gier überwinden, bevor sie uns tötet.

Diskriminierung per Doppelpunkt

Wer mit dem Doppelpunkt gendert, diskriminiert Frauen in mehrfacher Weise.

Es beginnt damit, dass der Doppelpunkt zur Abgrenzung und Gegenüberstellung, also Separation eingesetzt wird. Zum Beispiel bei Spielpaarungen (Kiel:HSV), Ergebnissen (4:2) oder Trennung in Uhrzeiten (14:35:02). Von einer Verbindung, im Sinne einer Verschmelzung gleichwertiger Komponenten, kann keine Rede sein.

Im Weiteren gleicht die Verwendung bei Auflistungen, als wäre der weibliche Part eingepfercht, eingesperrt, eingeschlossen. Eine übliche Verwendung als Beispiel:

Hier eine Liste meiner Held:innen: 1. Name 2. Name 3. Name
 

Klar erfreut das der Männerwelt, weil ihnen Frauen so am liebsten gefallen – im Käfig gezähmt.

Beim Betrachten der technischen Seite, geht bereits die Logik auf die Barrikade – zumindest bei mir. Wie sollen Vorleseeinrichtungen diesen konträren Einsatz des Doppelpunkts wiedergeben? Woher sollen sie wissen, was gemeint ist oder welche Bedeutung sie zuordnen sollen? Diese Hilfsmittel haben längst das Gendersternchen "gelernt", was durch seine spezielle Verwendung in diesem Zusammenhang wenig Schwierigkeiten bei der Umsetzung bzw. Implementierung bereitet haben dürfte. Selbst #CamelCase Hashtags können diese Geräte korrekt wiedergeben. Hierauf achtet allerdings kaum jemand oder reagiert ähnlich empfindlich wie beim Gendern, wenn dies unterlassen wird. Das sei mal am Rande erwähnt.

Als letztes aber der Hammer. Meist wird als Grund für die Verwendung des Doppelpunkts angegeben, es sei aus "Design Gründen" oder "weil es schöner aussieht". Genau, wieder einmal haben Frauen nur hübsch auszusehen und sollen das Schreibbild nicht verunzieren! Wie zum Beispiel in der Fernsehwerbung mit den Neureuthers, wo sie neben ihrem Mann nur schön Lächeln darf, während er den Werbetext wiedergibt. Ihr, der Frau, wird offensichtlich nicht zugetraut einige Zeilen auswendig zu lernen oder vom Teleprompter abzulesen. Pure Diskriminierung!

Mich widert diese Haltung an. Ich schrecke deshalb nicht davor zurück, mich mit vermeintlich seriösen Accounts anzulegen. Gerade wenn diese sich aufgrund ihrer Inhalte selbst als kritisch positionieren. Den Doppelpunkt zu nutzen ist nicht einfach nur gedankenlos. Es ist respektlos und autoritär. Selbst mit rechtlichen Mitteln wollte ein Magazin diese Diskriminierung verteidigen und drohte mir entsprechend. Beweist eindrucksvoll die Ignoranz der Männerwelt. Schwingen großspurige Reden, deren Inhaltslosigkeit ihr Handeln belegt. Erbärmlich.

Frauen, die jetzt hervorgekrochen kommen und eingestehen, sie nutzen ebenfalls den Doppelpunkt, sei gesagt: Eure Gedankenlosigkeit stimmt mich traurig. Ihr lasst euch erniedrigen und äfft es den Männern dann auch noch nach. Buhlt damit um deren Anerkennung, um letztlich doch wieder nur als dekoratives Beiwerk zu enden. Auf dem Weg zu einem gleichwertigen Miteinander finde ich das sehr entmutigend und beschämend.

"Frauen, die so gut sein wollen, wie Männer, haben einfach keinen Ehrgeiz." (Lia Ferrey)
 

Wer sich dem allgemein akzeptierten Gendersternchen verweigert, tut dieses aus rein egoistischen Motiven, was wiederum ein trennender und kein verbindender Akt ist. Es ist das asoziale Verhalten elitärer Snobs.